Freiwillige Feuerwehr Marnbach-Deutenhausen

RETTEN - LÖSCHEN - BERGEN - SCHÜTZEN

 
 

Die Geschichte der Feuerwehr Marnbach – Deutenhausen

von Klaus Gast

Die Nutzbarmachung des Elementes Feuer war ein ganz wesentlicher Schritt für die Entwicklung der Menschheit vor vielen tausenden Jahren, aber bis heute ist diese Naturgewalt nicht ganz gezähmt, vielmehr kann die entfesselte Gewalt des Feuers auch in unseren Tagen noch verheerende Folgen haben. Deshalb mussten sich die Menschen auch immer wieder mit der Bekämpfung von Feuerkatastrophen auseinandersetzen. In Städten war gewöhnlich viel früher eine organisierte Brandbekämpfung die Regel als auf dem Land, und bereits in den mittelalterlichen Städten war die Feuerwehrpflicht für die Bürger bekannt. Schließlich war in den Städten die Brandgefahr wesentlich höher, da sich dort, durch die engere Bebauung, Brände viel schneller ausbreiten konnten. So brannte z.B. 1744 nahezu die ganze Weilheimer „Obere Stadt“ mit ca. 115 Gebäuden ab. Für Marnbach oder Deutenhausen sind keine großen Brandkatastrophen aus den Jahren vor 1800 überliefert. Erst vom 19.03.1807 ist ein dramatischer Brand überliefert, als in Marnbach 4 Häuser samt zweier Personen verbrannten. In solchen Brandfällen mussten sich die Betroffenen möglichst selbst helfen und waren auf die freiwillige Hilfe der Nachbarn angewiesen. Durch das königlich baierische Edikt über das Gemeindewesen von 1808 wurde die Brandverhinderung und -bekämpfung zur Gemeindeaufgabe. Die Gemeinde hatte für eine Feuerlöschordnung zu sorgen, in der jeder Bürger verpflichtet wurde, im Brandfalle bestimmte Hilfsdienste bei der Brandbekämpfung zu verrichten. Die Gemeinde hatte auch die Pflicht dafür zu sorgen, dass gemeindliche Feuerlöschgeräte vorhanden waren. Damit war die Feuerwehrdienstpflicht der Gemeindebürger begründet und diese „Pflichtfeuerwehr“ kam, z.B. als in der Nacht zum 28.04.1861 ein Brand in Marnbach ausbrach, im Frühjahr 1862 das „Vogl-Anwesen“(Kergl) brannte und am 14.09.1868 die Deutenhauser Mühle abbrannte, zum Einsatz. Die Gemeinde Deutenhausen musste für die Anschaffung der nötigen Feuerlöschgeräte aufkommen. Die Feuerlöschrequisiten wurden, mangels eines eigenen Feuerwehrhauses, im Anwesen des Marnbacher Söldners Jakob Ernst aufbewahrt.

Im Jahre 1874 kaufte die Gemeinde Deutenhausen eine Löschmaschine der Firma Kirchmayr um 380 Gulden. Da die Feuerlöschgeräte eine passende Unterkunft benötigten, wurde nun an den Bau eines gemeindlichen Feuerwehrhauses in Marnbach gedacht. 1875 wurde ein Eberfinger Zimmermeister mit der Ausarbeitung eines Bauplans für ein Spritzenhaus beauftragt. Am 04.02.1877 wurde die Herstellung des Löschmaschinenhauses beschlossen und der Bau dem Zimmermeister Benedikt Gruber „Simmer-Bauern“ (Schleich) aus Marnbach übertragen. Der Bau wurde bis Juli 1877 fertiggestellt. Da die Pflichtfeuerwehr mangels ausreichender Übung nur sehr eingeschränkt einsatzfähig war, kam überall in Bayern der Wunsch nach geübten und auf den Ernstfall vorbereiteten Mannschaften auf. In einem Artikel im Weilheim Werdenfelser Wochenblatt vom 17.02.1875 wurden die Vorzüge einer freiwilligen Feuerwehr hervorgehoben und die Gemeinden zur Gründung solcher Wehren angeregt. Bald darauf entstanden im Bezirk Weilheim viele Freiwillige Feuerwehren, so 1876 in Weilheim und 1879 in Eberfing. Nun regte der Marnbacher Lehrer Ferdinand Fendt die Gründung einer Freiwillige Feuerwehr für die Gemeinde Deutenhausen an. Die Marnbacher und Deutenhauser Ortsbürger versammelten sich darauf am 25. Januar 1880 im Deutenhauser Gasthaus, wo der eingeladene Bezirksamtmann Lothar Frank die Bürger in einer Ansprache zur Gründung einer Freiwillige Feuerwehr ermunterte. Danach erklärten 30 Männer aus Marnbach und Deutenhausen der neu zu gründenden Freiwilligen Feuerwehr beitreten zu wollen. Am Sonntag, den 29. Februar1880 versammelten sie sich wieder im Deutenhausener Wirtshaus und wählten eine Vorstandschaft. Zum ersten Vorstand wurde Lehrer Fendt aus Marnbach gewählt, erster Kommandant wurde der Deutenhauser Landwirt Korbinian Kammerlochner. Als weitere Ämter wurden Schriftführer, Kassier, Requisitenmeister usw. bestimmt. Die Männer wurden in Gruppen als Steiger, Spritzenmänner und Ordnungsmänner aufgeteilt und in sogenannte „Rotten“ gegliedert. Das Bezirksamt Weilheim richtete am 31. März 1880 ein Schreiben an die Gemeinde Deutenhausen, in welchem die Errichtung der Freiwillige Feuerwehr gelobt wurde und dem Lehrer Fendt besondere Anerkennung ausgesprochen wurde. Außerdem wurde der Auftrag erteilt, die sogenannte Pflichtfeuerwehr aus jenen Männern neu zu organisieren, die der Freiwillige Wehr nicht beigetreten waren. Die Freiwillige Feuerwehr trat gleich nach ihrer Gründung dem Bezirksfeuerwehrverband bei und so kaufte die Gemeinde auch eine Branddirektionsfahne.

Bereits am 07.11.1880 fand die erste Inspektionsübung der neuen Wehr statt. In den folgenden Jahren wurden regelmäßig alle 2-3 Jahre Inspektionsübungen durchgeführt, die Mannschaftsstärke betrug rund 50 Mann. Schon im ersten Jahr ihres Bestehens musste sich die neue Wehr bei zwei Bränden bewähren, so brannte in der Nacht zum 20. Oktober 1881 das Moserbauer-Anwesen in Deutenhausen ab und am 21.12.1881 das Marnbacher Gasthaus des Leonhard Tafertshofer. Ab 1883 plante man, die zu kleine Feuerspritze durch eine neue und größere zu ersetzen. Am 29.7.1888 wurde dann eine neue Feuerlöschmaschine von der Weilheimer Glockengießerfirma Kennerknecht geliefert. Sie kostete stattliche 1.400,- Mark. Die alte Spritze wurde an die Gemeinde Arnried verkauft. In den Folgejahren wurde auch noch ein Steigerkarren mit Leiter gekauft sowie eine fahrbare Schlauchhaspel, eine Saugpumpe, Hanfschläuche etc. Finanziert wurden diese Anschaffungen durch den „Bieraufschlag“, d.h. einer gemeindlichen Besteuerung des Bierverkaufs. Die Freiwillige Feuerwehr konnte natürlich nicht alle Brände bewältigen, so brannte am 10. Februar 1886 das Marnbacher Anwesen „Henneweber“ völlig ab. Für Feuerwehrmitglieder die unentschuldigt von Übungen weg blieben wurde eine Strafgebühr von 50 Pfennigen erhoben, das dreimalige Fernbleiben hatte die Überweisung in die ebenfalls noch bestehende Pflichtfeuerwehr zur Folge. Die Feuerwehrmänner waren ursprünglich nicht uniformiert, lediglich der Messinghelm und die Gurte waren einheitlich. In den Jahren 1908 bis 1914 wurde einheitlich, schwarze Jacken mit roten Litzen eingeführt. Bei der 1898 durchgeführten Gemeindevisitation wurde durch den inspizierenden Beamten auch die Situation der Feuerwehr begutachtet. Er empfahl eine eigene Löschmaschine für das Dorf Deutenhausen anzuschaffen, was dann 1905 auch so geschah. Die Deutenhauser Feuerspritzmaschine der Nürnberger Firma Braun kostete samt Schläuchen und Zubehör 850 Mark. Mangels eines Feuerwehrhauses wurde das Gerät in der Wagenremise des Deutenhauser Wirtes verwahrt, bis zwei Jahre später das Deutenhauser Spritzenhaus errichtet wurde. Während im letzten Jahrzehnt des 19. Jahrhunderts nur ein einziger größerer Brand die Gemeinde heimsuchte, nämlich im Jahre 1897 den Hof „Farchen-bichl“, wurde danach die Gemeinde gleich zweimal mit Großbränden konfrontiert, so 1901 beim Schmiedanwesen in Marnbach und am 26.10.1903 beim Deutenhauser Wirt. Das Jahr 1910 begann mit einem Brandfall, denn am Neujahrstag brach ein Brand in der Schwaige Gossenhofen aus. Dabei brannte das kurz zuvor neu gebaute Stallgebäude nieder. Der Großbrand überstieg die Möglichkeiten der Feuerwehr, obwohl weitere Wehren zu Hilfe gekommen waren. Im Jahre 1913 brannte durch Blitzschlag das Anwesen des Marnbachers Michael Seitz bis auf die Grundmauern nieder. Die örtliche Feuerwehr konnte nur noch die umliegenden Gebäude vor einem Übergreifen der Flammen schützen. Im selben Jahr wurde das Marnbacher Feuerhaus neu erbaut, die Maurerarbeiten wurden Sebastian Gabler übertragen. Während des Krieges 1914/18 war die Feuerwehrtätigkeit wegen der vielen eingezogenen Männer nur eingeschränkt möglich. In der Mitgliederversammlung im Februar 1919 wurden die aus dem Krieg heimgekehrten Kameraden begrüßt. Die Mannschaftsstärke betrug in den Zwanziger-Jahren 71 Mann.

Nach 15 Jahren ohne Brandfall wurde Marnbach 1928 besonders heimgesucht. Ein Brandstifter legte innerhalb von acht Tagen dreimal Feuer, nämlich am Ökonomiestadel des Augustin Kergl, an der Landwirtschaft des Gasthauses Porer und am Hof des Basilius Saal. Am 13. November 1931 brach im Marnbacher Schäffler-Anwesen des Jakob Wagner Feuer aus, dem in kurzer Zeit Stall und Scheune zum Opfer fiel. Das Wohngebäude konnte durch die umsichtige Tätigkeit der Feuerwehr gerettet werden. Am Abend des 04.08.1932 brannte es im Anwesen Doll in Marnbach. Neben der Ortsfeuerwehr bekämpften die Eberfinger und Weilheimer Wehren das Feuer. Letztere brachte ihre neue Motorspritze zum Einsatz. Bereits vier Wochen danach wurde Deutenhausen durch einen großen Brand aufgeschreckt. Das Anwesen von Johann Thalmayr brannte völlig nieder. Im Mai 1934 mussten bei großer Dürre zwei Moorbrände bekämpft werden. Die politische Situation des NS-Staates wirkte sich auch auf die Feuerwehr aus. Die ganze Wehr wurde militärischer organisiert, die Inspektionen endeten z.B. mit einem uniformierten „Vorbeimarsch“ am Feuerwehrhaus. Luftschutzübungen, Speicherentrümpelungsaktionen und ähnliche Maßnahmen wurden Pflicht. Am 29.06.1938 brach im Stadel des mitten in Marnbach gelegenen Anwesens „Steidl“ Feuer aus. Der Stadel brannte nieder, aber das Anwesen selbst konnte gerettet werden. 1938 begann das Drama des zweiten Weltkrieges und sofort wurden viele junge Feuerwehrmänner zum Militär eingezogen, so waren im Februar 1942 bereits 33 Feuerwehrmitglieder bei der Wehrmacht. Ein Jahr später fehlten 42 Männer und es musste schließlich beim „Hauptappell“ 1943 der ersten beiden Gefallenen aus der „Mitgliederkameradschaft“ gedacht werden. Es sollten diesen beiden aber noch viele weitere folgen. 1941 führte der „ Kreisführer der Freiwilligen Feuerwehren“ eine Inspektion der Feuerwehr durch. Als Ergebnis wurde der Gemeinde aufgetragen die Beschaffung einer Motorspritze für Marnbach in die Wege zu leiten, worauf auch eine Motorspritze TS 8 für Marnbach bestellt und am 17.Oktober 1942 übergeben wurde. Nachdem Ende 1943 kaum mehr aktive Feuerwehrmänner im Ort waren, und auch die älteren Männer zum Kriegsdienst eingezogen worden waren, wurden 1944 je eine Frauenfeuerwehrtruppe aus den ledigen jungen Frauen der Gemeinde gebildet. Die verpflichteten Frauen übten für den Noteinsatz in der Gemeinde. Am Sonntag den 29. April 1945 erreichte die Front Marnbach–Deutenhausen, und unter Turbulenzen ging der Krieg für die beiden Dörfer faktisch zu Ende. Nachdem die amerikanischen Truppen Weilheim besetzt hatten, wurde in Deutenhausen nach dem Gottesdienst eine weiße Fahne auf dem Kirchturm gehisst. Doch der Einmarsch der Amerikaner erfolgte nicht so schnell wie erwartet, vielmehr wurde die weiße Fahne zur Bedrohung, weil ein SS-Offizier mit Waffengewalt, unter Androhung der Zerstörung der Kirche, die Beseitigung der Fahne durchsetzte. Schließlich legte er am Stadel des Landwirts Thalmayr Feuer, weil er dort die versteckten „Überläufer“ vermutete. Einige Deutenhauser versuchten den Brand zu löschen, wurden aber von dem Brandstifter gewaltsam daran gehindert und so brannte der Stadel ab. Erst gegen abend marschierten die „Amis“ dann in Deutenhausen ein und waren bereits auf dem Weg Richtung Marnbach, als rückweichende Wehrmachtsoldaten versuchten, den Ort Marnbach mit Flakgeschützen zu verteidigen. Die Amerikanischen Panzer zogen sich daraufhin nach Deutenhausen zurück und feuerten in Richtung Marnbach. Neben Beschädigungen an verschiedenen anderen Häusern ging das Franzbauern-Anwesen in Flammen auf, auch ein Stadel des Landwirts Mayr wurde ein Raub der Flammen. Die Marnbacher „Frauenfeuerwehr“ versuchte zu löschen, wurde aber von den einrückenden amerikanischen Soldaten daran gehindert.

Ab 1946 formierte sich die Freiwillige Feuerwehr neu und es konnte bald wieder eine Mannschaftsstärke von über 50 Mitgliedern erreicht werden. Der erste Einsatz nach dem Krieg war der Brand des Wirtschaftsgebäudes des Marnbacher Landwirts Sebastian Gabler am 25. Januar 1947, bei dem das Wohnhaus gerettet werden konnte. Im April 1949 konnte erstmals wieder eine Generalversammlung abgehalten werden. Für Deutenhausen wurde 1950 eine Motorspritze der Marke Ziegler beschafft, diese Maschine bereitete aber viel Ärger. Am 29.04.1951 feierte die Freiwillige Feuerwehr Marnbach-Deutenhausen ihr 70-jähriges Bestehen. Einen Feuerwehrball veranstaltete die Feuerwehr erstmals im Fasching 1953, eine in den Folgejahren bis 1987 oft wiederholte Veranstaltung, bis die Bälle kein Publikum mehr fanden. Die Jahre 1950 – 1965 war die Gemeinde glücklicherweise von größeren Bränden verschont geblieben und so waren auch keine großen Feuerwehreinsätze zu verzeichnen. Am 14.11.1966 wurde Großalarm gegeben, zum wiederholten Male war das Gut Gossenhofen von einem Brand heimgesucht worden. Die bereits seit einigen Jahren bemängelten Motorspritzen zeigten sich bei diesem Einsatz als so ungenügend, dass nun die Neuanschaffung zweier Spritzen dringlich wurde. Im Frühjahr 1968 wurden schließlich zwei TS 8/8 gekauft. Die Spritzen wurden samt Geräteanhängern im September 1968 eingeweiht und der Feuerwehr übergeben. Die Feier im Schulgarten endete mit einer Schauübung vor den Ehrengäste und einem Ball im Gasthaus Porer. Im selben Jahr hat eine erste Gruppe der Freiwillige Feuerwehr ein Leistungsabzeichen abgelegt. Ab 1970 wurden die Feuerwehrmänner mit neuen blauen Uniformjacken ausgerüstet. Ebenfalls 1970 wurde die Wehr nach einer Übung zu einem Ernstfall gerufen. Sie mußte nach Ungertsried ausrücken, wo das Wirtschaftsgebäude des Anwesens „Harrer“ in Flammen stand. Als die Feuerwehr 1971 eine Übung beim Gut Rothsee abhielt, war dessen Besitzer Horst Wendlandt von der Feuerwehr so angetan, dass er der Wehr eine Standarte stiftete. Die neue Standarte der Stickerei Eibl wurde am 25. Juni 1972 festlich geweiht. Den einzigen größeren Brandeinsatz im eigenen Gemeindegebiet in den 70-er Jahren mussten die Wehrmänner im Frühjahr 1972 leisten, als ein Flächenbrand im Hardt zu bekämpfen war. 1977 wurde die Errichtung eines eigenen Feuerwehrvereins beschlossen. Der weitere Bestand der Ortsfeuerwehr, auch nach der Eingemeindung nach Weilheim im Jahre 1978, wurde im Eingemeindungsvertrag abgesichert. Am 17.06.1979 trat in der Molkerei Reich giftiger Ammoniak aus. Gemeinsam mit der Weilheimer Feuerwehr wurde die Gefahr gebannt. In den Tagen darauf wurde die Wehr bei dem großen Hochwasser in Weilheim hilfreich tätig. Die nächsten Monate waren ohne Einsätze, doch die Vorbereitungen für das 100jährige Jubiläum verlangten viele Arbeitsstunden von Festausschuß und den Vereinsmitgliedern. 

Die Kommandanten der Freiwilligen Feuerwehr Marnbach-Deutenhausen seit der Gründung im Jahre 1880  

 

Kammerlochner Korbinian 

 

1880 – 1895

Stickl Kaspar   

 

1895 – 1901

Doll Georg  

 

1901 – 1910

Achner Josef      

 

1910 – 1923

Seitz Xaver 

 

1923 – 1954

Mayr Peter

 

1954 – 1969

Schleich Dominikus  

 

1969 – 1983

Schleich Josef 

 

1983 – 1995

Kergl Leonhard 

 

1995 – 2007

Deschler Franz

 

2007 – heute

Die Vorstände der Freiwilligen Feuerwehr Marnbach-Deutenhausen seit der Gründung im Jahre 1880  

 

 Fendt Ferdinand

 

 1880 – 1889

 Huber Ludwig

 

 1889 – 1895

 Kammerlochner Korbinian 

 

 1895 – 1907

 Stickl Kaspar

 

 1907 – 1910

 Meyer Alex     

 

 1910 – 1919

 Mayr Johann

 

 1919 – 1937

 

 

 

 Doll Matthias 

 

 1949 – 1959

 Nudlbichler Paul

 

 1959 – 1981

 Deschler Stefan

 

 1981 – 1992

 Sailer Josef

 

 1992 – 2004

 Höldrich Peter  

 

 2004 – 2010

 Leis Anton 

 

 2010 – 2016 

 Stickl Christian 


 2016 – heute

Die letzten 25 Jahre der Feuerwehr

Marnbach-Deutenhausen 1980 – 2005

von Franz Deschler

 

Das Jahr 1980 war geprägt von den Feierlichkeiten zum 100-jährigen Jubiläum. Die Feierlichkeiten wurden am 02.08. mit einem Festabend im Gemeindehaus eröffnet. Der Höhepunkt der Feier war am Sonntag, den 10. August. Nach einem Weckruf und dem Kirchenzug wurde südlich von Deutenhausen ein Festgottesdienst gehalten. Am Nachmittag fand in Marnbach der Festzug statt, an dem ca. 50 auswärtige Feuerwehren, die örtlichen Vereine, historische Wägen mit Pferdegespannen und mehrere Musikkapellen teilnahmen. Ein großes Festzelt war aufgestellt worden um die vielen Besucher bewirten zu können.

Am 05.11.1980 wurde bei einem Großbrand der Wirtschaftsteil des Anwesens von Alfred Guggemoos in Deutenhausen vollkommen zerstört. Durch den Einsatz der Feuerwehren blieben die Tiere sowie das Wohnhaus von den Flammen verschont. Doch der Einsatz ging weit über die Brandbekämpfung hinaus. An den darauf folgenden Tagen wurde die abgebrannte Tenne abgetragen und mit Sägemehl und Folie „winterfest“ gemacht. In Nachbarschaftshilfe wurde Futter besorgt, so dass man für den bevorstehenden Winter gerüstet war.

Bei der Jahreshauptversammlung 1981 wurde Paul Nudlbichler nach 22-jähriger Amtszeit als 1. Vorstand von Stefan Deschler abgelöst. Ansonsten war es ein ruhiges Jahr da kein Einsatz zu verzeichnen war.

Im Jahre 1983 musste Kommandant Dominikus Schleich aus Altersgründen sein Amt niederlegen. Bei den Neuwahlen auf der Jahreshauptversammlung am 25.02.1983 wurde er nach 14-jähriger Amtszeit von seinem Sohn Josef abgelöst. Zum stv. Kommandanten. wurde Leonhard Kergl gewählt. Dominikus Schleich wurde zum Ehrenkommandanten ernannt. Josef Schleich gründete noch im selben Jahr die Jugendfeuerwehr. Peter Schleich wurde der erste Jugendwart.

Ein weiteres Anliegen vom neuen Kommandanten war der Bau eines Schlauchanhängers. In 250 Arbeitsstunden wurde dieser von den Mitgliedern Josef und Georg Niedermaier sowie Johann Leis gebaut. Am 01. Mai 1984 wurde dieser dann eingeweiht.

Das neue Feuerwehrgesetz erforderte eine Trennung der aktiven Wehr und des neuen Feuerwehrvereins. Die neue Vereinssatzung der Feuerwehren der Stadt Weilheim tritt am 06.02.84 mit der Bekanntgabe im Amtsblatt in Kraft. Der Verein „Freiwillige Feuerwehr Marnbach-Deutenhausen e.V.“ wird ins Vereinsregister eingetragen. Neu in die Vorstandschaft kam Josef Sailer, er wurde zum stv. Vorsitzenden gewählt. Zum Kassenprüfer wurden Josef Leis und Helmut Deschler gewählt. Das Amt des 1. Vorsitzenden wird weiterhin von Stefan Deschler, des Kassiers von Ferdinand Peller und des Schriftführers von Theo Leis jun. ausgeübt. In diesem Jahr war lediglich ein Autobrand in Deutenhausen zu bekämpfen.

Ein Jahr später nahm die Jugendfeuerwehr am ersten Kreisjugend-Feuerwehrtag in Schongau teil und erreichte dabei den 4. Platz von 7 Mannschaften. Ebenfalls 1985 veranstaltete die Feuerwehr das erste Grillfest für die gesamte Bevölkerung der Ortsteile, zu dem alle zwei Jahre eingeladen wurde. In Deutenhausen wurde auf dem Anwesen von Georg Mayr „Moser“ eine eigene Sirene installiert. Erste Gespräche über einen geeigneten Standort für ein neues Feuerwehrhaus werden in diesem Jahr geführt. Am 28.10.85 wurde erstmals das Jugendleistungsabzeichen von Franz Deschler, Alexander und Franz Fendt, Josef und Markus Lutz sowie Konrad Saal abgelegt. Am 23.11.85 kam es zu einem Werkstattbrand im Anwesen Meixner in Deutenhausen. Von der FF Weilheim wurden wir bei den Löschmaßnahmen unterstützt. Eine Brandwache blieb noch über Nacht am Einsatzort.

Bei der am 28.02.86 stattfindenden Jahreshauptversammlung standen auch wieder Neuwahlen an. Vorstand Stefan Deschler, stv. Vorstand Josef Sailer und Kassier Ferdinand Peller wurden in ihren Ämtern bestätigt. Josef Niedermaier löst Theo Leis jun. als Schriftführer ab. Am 30.12.86 unterstützten wir die Löscharbeiten beim Großbrand des landwirtschaftlichen Anwesens Promberger in Eberfing.

Wegen nachlassendem Interesse fand am 07.02.87 der letzte Feuerwehrball statt. Am 12.09.87 beteiligten wir uns an der Einweihung des neuen Gerätehauses der FF Weilheim. Ein Stadlbrand im Hardt war am 08.10.87 zu bekämpfen. Im November absolvierten die ersten Kameraden der Wehr die letzte Stufe des Leistungsabzeichens (Gold/Rot).

Ein unvergessenes Ereignis war die 750-Jahr-Feier der Stadt Weilheim am 24. Juni 1988. Mit der alten Deutenhausener Spritze von 1905 wurde beim Festzug mancher Besucher „abgekühlt“, unter ihnen der damalige bayerische Ministerpräsident Franz Josef Strauß.

Im Jahre 1989 hielt ein Serienbrandstifter im Raum Weilheim die Bevölkerung und die Feuerwehren in Atem. Mit nächtlichen Patrouillengängen über zwei Wochen hinweg versuchten die Feuerwehrkameraden die Gefahr für unsere Dörfer abzuwenden. Beim Großbrand auf Gut Waitzacker am 06.03.89 stellten unsere Wehrmänner die Brandwache.

Am 03.05.1989 wurde bei der Jahreshauptversammlung Josef Schleich und Leonhard Kergl in ihren Ämtern als 1. bzw. stv. Kommandant. bestätigt. KBR Schwegler plädiert in seiner Rede für die Anschaffung eines LF8 sowie für einen Feuerwehrhausneubau. Bürgermeister Rawe versprach sich für die Anschaffung eines eigenen Löschfahrzeugs und den dafür notwendigen Bau eines neuen Feuerwehrhauses einzusetzen. Eine Schwierigkeit bestand darin, einen geeigneten Standort zu finden. Die Überlegungen, das ehemalige Schulhaus zum Feuerwehrhaus umzubauen wurden aus Kostengründen und insbesondere wegen Problemen mit der Ausfahrt wieder verworfen. Es sollte nach einer anderen Lösung gesucht werden.

Bei den verheerenden Stürmen Vivian und Wiebke Anfang März 1990 kam unsere Wehr glimpflich davon. Am 06.04.1990 starb Altbürgermeister und langjähriger Feuerwehrvorstand Paul Nudlbichler. Ein heißer Heustock auf dem Anwesen von Kergl Herbert erforderte am 15.06.1990 den Einsatz der Wehr. Mit Unterstützung der FF Etting und deren Heuwehrgerät konnte größerer Schaden verhindert werden.

1991 wurden landkreisweit die ersten Truppmann-Lehrgänge durchgeführt; vier Mann nahmen von unserer Wehr teil. Im selben Jahr rief man das erste Weinfest ins Leben, zu dem man die gesamte Bevölkerung unserer Dörfer einlud.

Am 06.03.1992 wurde Josef Sailer zum Vereinsvorstand und Ignaz Ott zu seinem Stellvertreter gewählt. Neuer Fähnrich wurde Georg Niedermaier, nachdem Josef Stickl nach 20 Jahren pflichtbewusstem Dienst, dieses Amt zur Verfügung stellte. Stefan Deschler wurde zum Ehrenvorstand ernannt.

Bei der Jahreshauptversammlung am 12.03.1993 berichtet Bürgermeister Klaus Rawe, dass noch kein geeignetes Grundstück im Ortsbereich für den Feuerwehrhausneubau gefunden wurde. Die Lage am Sportplatz wird ins Auge gefasst.

Am Sonntag 18.07.1993 entzündete ein Blitzschlag einen Stadl auf dem Meixneranwesen in Deutenhausen, die Feuerwehr musste trotz des schweren Gewitters ausrücken, um die Nachbargebäude abzuschirmen und den Übergriff der Flammen zu verhindern.

Am 27.11.93 verstarb unser ehemaliger 1. Kommandant Peter Mayr.

Der Brand eines Feldstadls in der Nähe des Blaslweihers war am 15.08.94 zu bekämpfen. Am 27.11.94 wurden wir zu einem Großbrand eines landwirtschaftlichen Anwesens in die Lichtenau gerufen. Anfang des Jahres 1995 konnte die Stadt Weilheim von der Fam. Oppenrieder aus Eberfing ein Grundstück mit ca. 2000 m² gegenüber des Marnbacher Sportplatzes erwerben. Bürgermeister Klaus Rawe berichtete darüber sichtlich erleichtert auf der Hauptversammlung am 03.03.1995. Bei den Neuwahlen wurde Leonhard Kergl zum Kommandanten und Josef Niedermaier zu seinem Stellvertreter gewählt. Franz Deschler wurde zum Schriftführer gewählt. Am 01.08.1995 brannte ein Feldstadel am Angerbach.

Ab 1996 mussten bei den Theatervorstellungen in der alten Schule von der Feuerwehr Sicherheitswachen gestellt werden. Die Feuerschutzabgabe wurde in diesem Jahr aus verfassungsrechtlichen Gründen für Privatpersonen eingestellt.

Am 07.03.1997 berichtet Bürgermeister Klaus Rawe, dass Planung und Zuschussbeantragung noch in diesem Jahr erfolgen sollen. Eine neue Tragkraftspritze Ziegler TS 8/8 erhielt die Wehr am 13.08.1997 als Ersatz der mittlerweile 30 Jahre alten TS. Der Freitod unseres beliebten Kameraden und Kassiers Ferdinand Peller am 17.08. löste weit über die Dorfgemeinschaft hinaus tiefe Betroffenheit aus.

Die neue Spritze bestand an Silvester 1997 ihre Bewährungsprobe bei einem Brand in Gossenhofen. Durch schnelles Eingreifen konnte eine Ausdehnung des Feuers auf Nebengebäude verhindert werden.

Ironie des Schicksals: Die alte Pumpe wurde von der damaligen Gutsbesitzerin Frau Berghaus mit finanziert, und war vor dem Brand an Silvester gerade in den Ruhestand verabschiedet worden. Am 08.03.1998 brannte es in der Bar des Gemeindehauses in Marnbach. Die Weilheimer Wehr führte noch Nachlöscharbeiten unter Atemschutz durch, da wir selbst noch über keine entsprechende Ausrüstung verfügten, und nur einen Außenangriff durchführen konnten. In der Gaststätte traf man sich bereits am nächsten Tag wieder zum Frühschoppen. Am 01.02.1998 wurden wir während einer Vorstandssitzung zum Brand eines Autowracks nach Haarsee gerufen. Pünktlich zum 50. Geburtstag von Josef Sailer erfolgte am 17.08.1998 der Spatenstich zum Feuerwehrhausneubau. Im November wurde erstmals der von Georg Niedermaier zur Verfügung gestellte und umgebaute Tankanhänger bei einer Übung eingesetzt. Er wird künftig zum Löschwassertransport und als Pufferbehälter in Verbindung mit den Güllefässern genutzt.

Das letzte Jahr im 20. Jahrhundert wurde zum wohl anstrengendsten in der Geschichte der Freiwilligen Feuerwehr Marnbach-Deutenhausen. Einen dreitägigen Dauereinsatz forderte das Pfingsthochwasser im Dorfgebiet und an der Ammer in Weilheim. Zwischen 21. und 24.05.1999 wurden ca. 800 Stunden für die Beseitigung der Gefahren geleistet. Für die Fertigstellung des Gerätehauses wurde insgesamt 1346 Stunden von den Feuerwehrleuten ehrenamtlich gearbeitet. Von oben bis unten, vom Dachdecken, bis zum Verlegen des Pflasters, wurde fleißig zugelangt. Insbesondere der Schulungsraum wurde aus Eigenmitteln des Vereins finanziert. Am 19.09.1999 war es endlich so weit. Die Einweihung wurde bei strahlend schönem Wetter mit Kirchenzug, Feldmesse an der Egerrieder Kapelle, Festzug zum Feuerwehrhaus und dortiger Segnung und Schlüsselübergabe sowie gemeinsamen Mittagessen gefeiert. Die Stadtkapelle Weilheim übernahm die Musikalische Gestaltung. Um für die neuen Aufgaben gewappnet zu sein nahmen neun Mann am Atemschutzlehrgang in Weilheim teil, und zum Ende des Jahres musste fleißig mit dem ersten Fahrzeug (TroTLF 16) geübt werden, das vorübergehend bei uns stationiert war.

Wie alle Feuerwehren Bayerns, wurden auch unsere Männer mit dem Schutzanzug „Bayern 2000“ eingekleidet.

Im Jahr 2000 war nur ein kleiner Einsatz zu verzeichnen. Der Keller des Kindergartens musste nach einem Rohrbruch ausgepumpt werden.

Bei einem „Tag der offenen Tür“ im September 2001 konnte das neu erbaute Feuerwehrhaus noch mal besichtigt und die Wehrmänner bei einer Schauübung beobachtet werden. Im November trafen sich die Feuerwehrmänner mit Ihren Begleiterinnen zum ersten mal beim gemütlichen Kesselfleischessen. Dieses fand so regen Anklang, dass es mittlerweile zu einer festen Einrichtung geworden ist. Am 01.05.2001 erhielten wir das LF16, das seit dem treue Dienste bei allen Einsätzen leistet.

Mitte Mai pumpten wir in Marnbach am Weidenbachring einen Keller aus. Der TSA-Anhänger (Baujahr 1967) wurde in ca. 100 Stunden grundlegend renoviert. Durch ein schweres Unwetter am 21.05.2002 mussten in Weilheim Keller ausgepumpt und Sturmschäden beseitigt werden. Unvergessen bleibt der Vereinsausflug 2002, eine Floßfahrt auf der Isar von Wolfratshausen nach München. Am 30. August 2002 starb der Spender unserer Standarte, Horst Wendlandt. Am 24.09.2002 kam es zu einem Hochwassereinsatz in Weilheim und Deutenhausen. Als Folge des vielen Regens kam es auch zu einer Stauwasserbildung im Bereich der Brunnenanlage von Haarsee. Dieses wurde durch den Einsatz mehrerer Pumpen innerhalb von zwei Tagen abgepumpt.

Anfang 2003 begannen die ersten Vorbereitungen für unser 125jähriges Jubiläum, welches wir heute feiern. Am 22.01.2003 frühmorgens wurden wir zu einem Kellerbrand in die Marnbacher Kirchstraße alarmiert. Die defekte Heizungsanlage ließ Rauch bis in das oberste Stockwerk steigen. Hier hat sich erstmals unsere Atemschutzausrüstung im Einsatz bewährt. Da die Familie einen Rauchmelder installiert hatte, konnte sie sich rechtzeitig in Sicherheit bringen und die Feuerwehr informieren. Die geplante Hochwasserfreilegung in Deutenhausen am Angerbach stellte plötzlich unser altes Feuerwehrhaus in Frage. Die Straßenführung war jedoch auch um unser lieb gewonnenes Häuschen möglich, so dass es doch stehen bleiben konnte. Weiterhin beherbergt es unseren Tragkraftspritzenanhänger.

Ein Baum über der Staatsstraße 2064 ließ uns am 12.02.2003 aktiv werden.

Die Feuerwehr-Jugend des Landkreises traf sich am 24. Mai 2003 an Feuerwehrhaus und Sportgelände zum 19. Kreisjugend-Feuerwehrtag, bei dem zugleich das 20jährige Bestehen der Marnbach-Deutenhausener Jugendwehr gefeiert wurde. 160 Jugendliche aus 18 Feuerwehren kämpften um sechs Pokale. Mit einem gemeinsamen Mittagessen wurde der Wettkampftag abgeschlossen. Kreisbrandrat Breyer lobte die perfekte Organisation, wobei herrliches Wetter seinen Teil dazu beitrug.